Die Idee war gut

„Na klar, ich mache einen Blog für meine Website! Nichts leichter als das für eine Texterin!“ So dachte ich. Ein Blick auf die Einträge besagt das Gegenteil. Was ist passiert?

Stolperstein 1: andere Prioritäten

Es begann damit, dass das Timing nicht optimal war. Die Idee war gut. Aber im letzten Jahr wurde mein alter, geliebter Hund Elvis immer pflegebedürftiger. Wer mich kennt, kennt einige Details. Es war eine wunderschöne, unglaublich traurige, sehr zehrende und sehr wichtige Zeit, als seine kleine Uhr immer lauter zu ticken begann. Der Blog trat weit in den Hintergrund, ich konzentrierte mich auf die Arbeit an meinen Aufträgen und in jeder freien Minute auf Elvis. Und ich bin so froh, das so gehandhabt zu haben.

Stolperstein 2: Diskretion

Wie man an den Einträgen sieht, habe ich im letzten Jahr dennoch einige Blogbeiträge geschrieben. Weil ich an so vielen schönen, spannenden Projekte mitarbeite und das gerne teilen möchte. Aber: das ist nicht so einfach. Bei vielen Projekten texte ich für Agenturen. Deren Begeisterung über Blogbeiträge zu unseren gemeinsamen Projekten hält sich in Grenzen. Dadurch mag ich in meinem Blog über viele Projekte nichts schreiben. Nicht, weil es mir verboten wurde, sondern weil ich merke, dass die betreffenden Kunden sich damit nicht wohlfühlen.

Stolperstein 3: Skoobe

Als bequeme Zwischenlösung hatte ich meine Lesenotizen im Blog vorgesehen – Zitate aus Büchern, die ich gerade lese. Im letzten Jahr wurden diese Zitate jedoch plötzlich rar. Der Grund ist banal: weil ich sie nicht mehr so einfach sammeln konnte. Denn ich habe zwischenzeitlich E-Books hauptsächlich bei Skoobe ausgeliehen und mein E-Book-Reader kann dort Zitate nicht direkt als Notizen speichern. Es geht über Umwege, aber dadurch habe ich weniger Zitate gespeichert und noch weniger in den Blog überführt.

Und jetzt?

Eigentlich wollte ich den Blog einfach löschen – ist doch peinlich mit den paar Einträgen! Aber was ist, wenn ich Lust und Muße habe, erneut loszulegen? Und warum eigentlich diese Geschichtsklitterung mit dem Löschen? Mein letztes Jahr war denk- und erinnerungswürdig. Dank der verbleibenden Zeit mit Elvis, die ihre Spuren indirekt hier im Blog hinterlassen hat. Und dank toller Projekte und Kunden, die zum Teil hier im Blog erwähnt sind und teilweise eben nicht. Dadurch ist dieser Blog sozusagen ein Gipsabdruck meiner zweiten Jahreshälfte von 2025 und als solchen lasse ich ihn mit den alten Beiträgen bestehen.

Ein authentisches Experiment

Was die Zukunft für meinen Blog bringt, wird die Zeit zeigen. Ich lasse ihn online und wer weiß, vielleicht gibt es ja sporadisch neue Einträge. Oder neue Lesenotizen, wenn meine E-Books wieder vermehrt von Libby* und der Onleihe* kommen. Oder, oder, oder.

* Wer sie noch nicht zumindest probehalber genutzt hat, sei dringend darauf hingewiesen: Die E-Book-Angebote öffentlicher Bibliotheken sind schlichtweg sensationell. Ich glaube, inzwischen bietet fast jede lokale Bibliothek Zugang zur Onleihe und damit zu einer Vielfalt an E-Books, Audio-Books und E-Ausgaben diverser Magazine und Zeitungen. Für den geringen Beitrag einer Bibliotheksmitgliedschaft ist das wirklich unschlagbar. Lesen kann man dann auf dem Smartphone, Laptop, Tablet, Desktop und E-Reader. Einige Bibliotheken bieten sogar E-Reader zum Ausleihen an. Aber ich stoppe mich jetzt hier, bevor ich einen Fußnoten-Roman darüber schreibe, wie großartig und relevant Bibliotheken sind.